Das Amterl liegt im Zentrum von Baden, kocht österreichisch und japanisch und ist als „Cuisine Bourgeoise Premium Class“ eingestuft. Dazu kommt eine der eigenständigsten Markenwelten der Gastronomie in der Gegend: ein ganzes „Amt“-Universum mit amtlichem Ton, Frack-Pinguin, Stempel und „Amts-Gerichten“ auf der Karte. Was gefehlt hat, war Reichweite. Der Instagram-Account hatte sich in drei Jahren kaum bewegt, eine Handvoll Videos ohne nennenswerte Resonanz – während genau auf diesen Handys entschieden wird, wo in Baden gegessen wird. Ein Lokal mit so viel Wiedererkennungswert war dort, wo es zählt, praktisch unsichtbar.
Statt einen generischen Food-Reel-Look zu kopieren, habe ich den Content aus der eigenen Sprache des Amterl gebaut. An einem einzigen Drehtag sind vier Reels entstanden, jedes unter zwanzig Sekunden, jedes mit klarem Hook und einem Grund, einen Tisch zu reservieren: ein Küchentrick vom Koch, ein Blindtest von Cocktails an der Bar, ein Amtssketch als „Antrag auf einen Tisch“ und ein Reverse-Gag, der zwei Gerichte in einem Clip verkauft. Damit daraus kein einmaliger Dreh wird, habe ich ein wiederkehrendes Serienformat entwickelt: „amtlich geprüft“, verankert durch einen eigens animierten Stempel, den das Amterl immer weiter bespielen kann. Jedes Reel kam fertig zum Posten, mit Captions, Hashtags und einem Posting-Guide.
Das Ergebnis sind Videos, die endlich nach dem Lokal klingen, zu dem sie gehören, dazu ein Serienformat und ein Posting-Playbook, die dem Amterl gehören und die es selbst weiterführen kann. Gedreht an einem Tag vor Ort, gebaut dafür, aus Views Reservierungen zu machen statt nur ein hübsches Grid.