„Wien in 23 Emotionen" ist ein laufendes Herzensprojekt, das jedem Wiener Bezirk eine Emotion zuordnet, von Einsamkeit im ersten bis Stille im dreizehnten. Wien wird ständig gefilmt, aber fast immer als Postkarte, also von außen und von oben. Mich hat die andere Frage interessiert: Wie fühlt sich die Stadt an, wenn man an einem Ort stehen bleibt, statt durch ihn durchzugehen.
Jede Folge ist ein 50 Sekunden langer Kurzfilm aus Zeitlupenbildern, Voiceover und dokumentarischer Bildsprache. Gedreht habe ich über mehrere Monate im ganzen Stadtgebiet, auf der Sony FX6 mit anamorphen Cinema-Objektiven, damit die Bezirke nicht wie Locations aussehen, sondern wie Stimmungen. Die Serie ist bewusst so geschnitten, dass sie im Feed funktioniert: kurz genug, um nicht weggewischt zu werden, ruhig genug, um hängen zu bleiben. Wer in Wien wohnt, erkennt seinen Bezirk sofort wieder, und aus dieser Wiedererkennung entsteht die Reichweite, nicht aus dem Algorithmus.