Die häufigste Frage, die in meinem Postfach landet, ist nicht „Wie drehst du?“ oder „Welche Kamera nutzt du?“. Es ist die Frage, was das Ganze kostet. Meistens steht sie am Ende einer langen Nachricht, manchmal in Klammern, oft mit einer Entschuldigung davor. Dabei ist es die vernünftigste Frage überhaupt. Niemand holt ein Angebot ein, ohne vorher zu wissen, ob die Größenordnung überhaupt passt.
Deshalb hier die Antwort, so direkt wie möglich: Ein Imagefilm startet bei mir bei 1.900 Euro netto pro Film. Alles Weitere in diesem Artikel erklärt, was in dieser Zahl steckt, was sie nach oben bewegt und woran du merkst, dass ein Angebot nicht sauber gerechnet ist.
Warum die Frage schwer zu beantworten ist
„Imagefilm“ ist kein Produkt mit fester Stückzahl. Es ist eine Beschreibung für sehr unterschiedliche Projekte. Ein Film über einen Handwerksbetrieb mit einem Standort und drei Personen vor der Kamera ist etwas anderes als ein Film über ein Unternehmen mit vier Niederlassungen, Interviews in zwei Sprachen und einer Fassung für die Messe. Beide heißen Imagefilm. Beide kosten nicht gleich viel.
Viele Videografen weichen deshalb aus und schreiben „auf Anfrage“. Ich halte das für den falschen Weg. Du brauchst eine Zahl, an der du dich orientieren kannst, bevor du Zeit in ein Gespräch steckst. Also nenne ich dir einen Startpunkt und die Faktoren, die daran ziehen. Wichtig dabei: Alle Preise in diesem Artikel sind Richtwerte, keine Fixpreise. Sie sagen dir, in welcher Größenordnung du planst, nicht was am Ende auf der Rechnung steht.
Was kostet ein Imagefilm? Ab 1.900 Euro netto
Ein Imagefilm in Wien startet bei 1.900 Euro netto pro Film. Das ist kein Lockpreis für eine abgespeckte Variante, sondern der Einstieg in eine vollständige Produktion.
Darin enthalten ist:
- Konzept und Drehbuch, bevor die Kamera überhaupt ausgepackt wird
- ein Drehtag mit Equipment, Licht und Ton
- Schnitt, Farbkorrektur und Sounddesign
- eine Korrekturrunde
- die finalen Dateien in den Formaten, die du brauchst
Nicht automatisch enthalten, aber jederzeit dazubuchbar: Hochformat-Varianten fürs Handy, Untertitel und mehrsprachige Versionen. Das sind die Posten, die in Angeboten gern untergehen und später auffallen, wenn der Film auf Instagram plötzlich beschnitten aussieht. Frag sie ab, bevor du zusagst.
Zur Länge: Für die Startseite sind 60 bis 90 Sekunden der Richtwert. Längere Fassungen ergeben Sinn für Vertriebsgespräche und Messen, wo jemand ohnehin schon vor dir steht. Ein Film, der doppelt so lang ist, kostet aber nicht doppelt so viel, weil der Drehtag derselbe bleibt. Der Aufwand steckt im Dreh, nicht in der Laufzeit.
Konzept, Regie, Kamera und Schnitt kommen bei mir von einer Person. Wenn ein Projekt mehr Hände braucht, hole ich ein Team dazu, aber dein Ansprechpartner bleibt derselbe. Das ist kein Marketingsatz, sondern der Grund, warum der Einstiegspreis dort liegt, wo er liegt: Es gibt keine Agenturebene, die mitverdient.
Zur Lieferung: Du bekommst den fertigen Film sieben bis vierzehn Werktage nach dem letzten Drehtag. Eine Korrekturrunde pro Video ist immer inkludiert. Schneller geht auf Anfrage.
Vier Dinge, die den Preis nach oben bewegen
Der Preis eines Videos hängt von vier Faktoren ab: der Anzahl der Drehtage, der Art des Videos, der Menge und den Nutzungsrechten. Hier ist, was das konkret bedeutet.
1. Anzahl der Drehtage
Der stärkste Hebel. Ein Drehtag ist der Einstieg. Sobald ein zweiter Standort dazukommt oder mehr Personen vor der Kamera stehen, wird es ein zweiter Tag. Beim Imagefilm für das Weingut Migsich waren es zwei Tage vor Ort, weil neben dem Film auch 80 bearbeitete Fotografien entstanden sind: Familie, Flaschen, Weingärten, Kellerarbeit. Das passt nicht in einen Tag.
2. Art des Videos
Ein Imagefilm, der auf deiner Startseite läuft, ist anders gebaut als ein Werbespot, der als Anzeige geschaltet wird. Ein Interview-Film mit O-Tönen braucht Tonequipment und Vorbereitung mit den Personen. Ein Film, der ohne Sprache über Bilder funktioniert, braucht mehr Drehzeit und mehr Schnitt. Die Art des Videos entscheidet, wo der Aufwand liegt.
3. Menge
Ein Film ist ein Film. Sobald du zusätzlich eine Kurzfassung für die Startseite, eine Hochformat-Variante für Instagram und eine längere Version für den Vertrieb willst, ist das zusätzliche Schnittarbeit. Die gute Nachricht: Das ist der günstigste Weg, mehr aus einem Drehtag zu holen. Material, das schon da ist, ein zweites Mal zu schneiden, kostet weniger, als noch einmal zu drehen.
4. Nutzungsrechte
Der Faktor, den fast niemand auf dem Schirm hat. Ein Film für deine Website und deinen Social-Media-Kanal ist der Normalfall. Wenn derselbe Film aber als bezahlte Anzeige läuft, auf einer Messe im Dauerbetrieb gezeigt wird oder Musik unter Lizenz enthält, verändert das die Kalkulation. Sag das früh. Nachträglich Rechte zu klären ist teurer, als sie von Anfang an einzurechnen.
Was die anderen Formate kosten
Ein Imagefilm ist nicht immer die richtige Antwort. Manchmal brauchst du kein Aushängeschild, sondern Regelmäßigkeit. Zur Einordnung, was die übrigen Formate in meiner Leistungsübersicht kosten:
| Format | Richtpreis |
|---|---|
| Imagefilm | ab 1.900 € netto pro Film |
| Laufender Social-Media-Content | ab ca. 1.300 € netto pro Monat, vier bis fünf Videos |
| Eventvideo / Aftermovie | ab ca. 1.400 € netto pro Event |
| Werbespot | ab ca. 4.000 € netto pro Spot |
| UGC mit Creators | keine Pauschale, hängt vom Creator ab |
| Sportvideo | rechnet wie Event oder Monatspaket |
Das sind Richtwerte, keine Fixpreise. Was am Ende auf der Rechnung steht, hängt an den Faktoren weiter oben: Drehtage, Umfang und Nutzungsrechte. Den Werbespot produziere ich gemeinsam mit Produktionspartnern, alles andere entsteht bei mir.
Ein Punkt zur Abgrenzung: Ein Imagefilm ist dafür da, dein Unternehmen zu erklären und Vertrauen aufzubauen. Für reine Reichweitenziele oder die Bewerbung eines einzelnen Produkts ist er das falsche Format. Wer Reichweite will, ist mit laufendem Content oder einem Werbespot besser bedient. Das entscheidet mehr über den sinnvollen Einsatz deines Budgets als die Frage, ob der Film am Ende ein paar hundert Euro mehr oder weniger kostet.
Der Vergleich lohnt sich vor allem zwischen den ersten beiden Zeilen. Ein Imagefilm ab 1.900 Euro netto ist eine einmalige Investition in etwas, das dauerhaft auf deiner Startseite steht. Social-Media-Content ab rund 1.300 Euro netto pro Monat ist eine laufende Ausgabe, die dich sichtbar hält. Das sind zwei verschiedene Ziele, keine Alternativen zueinander. Wer beides braucht, sollte auch beides einplanen.
Woran du ein unseriöses Angebot erkennst
Preise vergleichen ist nur sinnvoll, wenn die Angebote vergleichbar sind. Drei Warnzeichen:
Eine breite Preisspanne ohne eine einzige Rückfrage
Wenn dir jemand eine Zahl nennt, ohne zu wissen, wie viele Drehtage anfallen, wo gedreht wird und wofür du den Film einsetzt, ist die Zahl geraten. Entweder wird später nachgefordert, oder es fehlt am Ende etwas. Seriös ist: erst fragen, dann rechnen. Bei mir sind das vier Fragen nach Ziel, Zielgruppe, Zeitrahmen und Budget, und danach kommt eine Zahl.
Reisekosten, die in einer Pauschale verschwinden
Wenn außerhalb von Wien gedreht wird, entstehen Reisekosten. Das ist normal. Nicht normal ist, sie in einer Sammelposition zu verstecken, die niemand prüfen kann. Bei mir stehen Reisekosten transparent im Angebot, aufgeschlüsselt und nachvollziehbar. Du sollst sehen, wofür du zahlst.
Keine Korrekturrunde im Angebot
Kein Film sitzt beim ersten Export perfekt. Es gibt immer eine Passage, die zu lang ist, oder einen Satz im Voiceover, der raus muss. Wenn im Angebot keine Korrekturrunde steht, wird sie später extra abgerechnet. Bei mir ist eine Korrekturrunde pro Video immer inkludiert. Steht das nicht drin, frag nach, bevor du unterschreibst.
Was du stattdessen tun kannst
Richtwerte helfen bei der Orientierung. Für die Budgetplanung brauchst du eine Zahl für dein Projekt. Der schnellste Weg dorthin sind vier Angaben von dir:
- Was soll der Film erreichen? Vertrauen auf der Startseite, Unterstützung im Vertriebsgespräch, Bewerber gewinnen.
- Wer soll ihn sehen?
- Bis wann brauchst du ihn?
- Welchen Rahmen hast du im Kopf?
Auf eine Anfrage mit diesen vier Angaben antworte ich innerhalb von 24 Stunden mit einer konkreten Zahl, einem ersten Konzeptgedanken und meiner Verfügbarkeit. Danach folgt ein Gespräch von zehn bis fünfzehn Minuten, in dem sich klärt, ob es passt. Gedreht wird erst, wenn du schriftlich weißt, was dabei herauskommt.
Das Budget musst du nicht auf den Euro genau kennen. Eine Größenordnung reicht. Sie sagt mir, ob ich dir einen Drehtag oder drei vorschlage, und erspart dir und mir ein Angebot, das an der Realität vorbeigeht.